Trinkwasserverordnung (TWVO)

Wesentliche Neuerungen für Eigentümer und Verwalter gewerblicher Wohn- und Mietobjekte

Der Gesetzgeber verpflichtet Betreiber großer Warmwasseranlagen, diese auf Legionellen zu prüfen. Diese Prüfung muss erstmalig bis zum 31.12.2013 durchgeführt worden sein. Weitere Untersuchungen müssen nach der derzeitigen Rechtslage im jährlichen Abstand erfolgen. Die TWVO enthält eine Reihe von Anzeige-, Untersuchungs- und Infomationspflichten. Festgelegte Anforderungen der TWVO umfassen: die Beschaffenheit des Trinkwassers, die Aufbereitung des Wassers, die Pflichten der Wasserversorger und die Überwachung des Trinkwassers. Verstöße können Straftaten und Ordnungswidrigkeiten darstellen. Sie können strafrechtlich belangt werden oder schadenersatzpflichtig sein, wenn ein Bewohner Ihrer Immobilie einen gesundheitlichen Schaden erleidet, der auf einen Verstoß der Trinkwasserverordnung zurückgeht.

 

Allgemeine Anforderungen:

  • Arbeit an Trinkwasser-Installationen nur von Fachmann
  • alljährliche Wartung (selbständig nachkommen - ohne Auforderung durch das Gesundheitsamt)
  • bauliche Trennung von Trinkwasser- und Nichttrinkwasserinstallationen
  • Kennzeichnungspflicht von Nichttrinkwassertrinkanlagen

 

Wichtige Neuerungen:

  • Anzeigen bei Inbetriebnahme, Veränderung oder Stilllegung
  • Untersuchungs- und Aufzeichnungspflichten
  • Anzeige- und Handlungspflichten bei Nichteinhaltung der Anforderungen
  • Pflicht zur Information der Verbraucher

 

Ihre Liegenschaft ist von der neuen Trinkwasserverordnung betroffen, wenn Ihre Anlage über drei oder mehr Wohnungen verfügt, von denen mindestens eine Wohnung vermietet ist, es in den Wohnungen Duschmöglichkeiten gibt, eine zentrale Anlage zur Erwärmung des Trinkwassers vorhanden ist, die Warmwasserinstallation mehr als 400 Liter Wasser speichern kann oder es greift die 3-Liter-Regel (Rohrleitungen zwischen dem Trinkwassererwärmer und der Entnahmestelle besitzen mehr als 3 Liter).

 

Klein- oder Großanlage?

Kleinanlagen sind wie folgt definiert:

  • Inhalt des Warmwasserspeichers bzw. -erwärmers kleiner oder gleich 400 Liter und Inhalt der längsten Rohrleitung kleiner oder gleich 3 Liter

Beide Kriterien müssen erfüllt sein. Trifft eines von beiden nicht zu, so handelt es sich um eine Großanlage.

 

Großanlagen sind wie folgt definiert:

  • Inhalt des Warmwasserspeichers- bzw. -erwärmers größer 400 Liter und / oder Inhalt der längsten Rohrleitung größer als 3 Liter

 

Verantwortung

Den Betreibern von Trinkwasserinstallationen wird die Verantwortung für den hygienisch einwandfreien Zustand der Installation übertragen. dem Gesundheitsamt müssen Veränderungen der Anlage angezeigt werden. Die Abgabe von Wasser an Mieter wird als "gewerbliche Tätigkeit" im Sinne der Trinkwasserverordnung angesehen. Werden im Zuge einer Wasserauf- bereitung Stoffe zugesetzt, ist dies unmittelbar und in der Folge jährlich den Verbrauchern bekannt zu geben. Die Aufbereitungsstoffe sind mindestens wöchentlich zu dokumentieren und mindestens 6 Monate lang zugänglich zu halten.

 

Informationspflicht

Ab dem 01.12.2013 sind Verbraucher zu informieren, ob im Wassersystem noch Bleileitungen vorhanden sind. Auf Verlangen sind dem Gesundheitsamt die Technischen Pläne vorzulegen. Änderungen der Versorgungsanlage müssen dokumentiert werden.

 

Einsatz von Armaturen zur Trennung von Trinkwasser- und Heizungsanlagen

Die Trinkwasserinstallation darf keine direkte Verbindung zu Heizungsanlagen haben. Das Be- und Nachfüllen von Zentralheizungsanlagen sowie Etagenheizungen ist nur mit einer geeigneten Füllarmatur zulässig. Das Gleiche gilt für Waschanlagen, Baustellen, Gartenbewässerung etc., hier ist immer eine geeignete Trennarmatur zu verwenden.

 

Für Betreiber von Trinkwasseranlagen gelten somit besondere Pflichten: Wartung und Instandhaltung. Ziel ist es, dass die Anlage den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht, welche uns als Ihrem Fachbetrieb bekannt sind.